Meine Perle

Blick in den Hof

Lübeck im verregneten Sommer. Das Fenster unserer Ferienwohnung in der Altstadt ging auf einen der berühmten kleine Hinterhöfe hinaus, von denen es so viele zu entdecken gibt. Wunderschön romantisch laden diese Orte zum Verweilen, Träumen und Geschichten ausdenken ein. Wer hat hier gelebt, geliebt, geträumt …?

Lübeck, eine  alte Stadt, die sich mit ihren Gassen und kleinen Straßen und den vielen kleinen Läden auch bei Regen von einer charmanten Seite zeigt. Junge und alte Paare gehen auf Entdeckungsreise und bleiben vor einem der  kleinen gediegenen Schmuckgeschäfte stehen. Sollen wir? Sollten wir? Gold, Silber, eine Diamant? Perlen?

Mein Mann schenkte mir vor 25 Jahren zur Hochzeit eine Perle. Eine einzige Perle. An einer goldenen Kette. Ich trage sie zu festlichen Anlässen oder an Tagen, an denen ich Trost brauche und stark sein muss. Dazu schenkte er mir eine Karte mit einen Spruch. Ich sei seine Perle, für die er alles andere lassen würde, wenn er sie einmal gefunden habe. Weil er mich gefunden habe. Was für ein Geschenk, was für eine Symbolik! Wir brauchen nur diese eine Perle.

Ein Schaufenster voller Glanz und Gold und Glitzer inspirierte mich  zu diesem Gedicht.

 

Eine Perle

in der Geborgenheit

einer Muschel heranwachsend

aus einer kleinen Ewigkeit

Schicht für Schicht langsam wachsend

die Gezeiten des Meeres verinnerlicht

aus der Tiefe des Meeres hevorgeholt

weiß schimmernd

sanft schillernder Perlmutt

schön

einzigartig

wie du

meine Perle.

 

(Marion Lohoff-Börger, hochzeitspoetin, Lübeck, 10.8.16)

 

 

In einem der kostbaren Momente, als sich ein paar warme Sonnenstrahlen in den Hinterhof stahlen, habe ich dieses Gedicht geschrieben, zwischen einem plätscherndem Brunnen und hochrankenden Rosenstöcken. Ein herrlicher Ort für zurückschweifende Gedanken und schöne Gedichte.

 

 

 

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